Tierschädel und Barbie-Puppe
Schülerinnen und Schüler der Realschule Neutraubling besuchen im Rahmen des Faches Kunsterziehung unter Leitung von Karin Cabarth die Ausstellung „Daniel Spoerri – Das offene Kunstwerk“ in der Ostdeutschen Galerie

 

Schmutzige Gläser, Brotrinden, Kippenstummel, leere Weinflaschen: Was andere wegwerfen, macht Daniel Spoerri zu Kunst und hängt volle Tischplatten an die Wand. Mit diesen „Fallenbilder“ ging der schweizerisch-rumänische Künstler als Erfinder der „Eat Art“ in die Kunstgeschichte ein. Sein Interesse an Eat-Art entstand dadurch, dass er während des Krieges nicht genug zu essen hatte. Ein schön gedeckter Tisch mit einer festen Anordnung von Besteck, Gläsern und Tellern begeistert Spoerri. Er erkennt Kreise, Formen und Ordnungssysteme. Zugleich ist er auch fasziniert von der Unordnung, dem Chaos, das nach dem Essen vorherrscht.

Inzwischen ist Spoerri 86 Jahre alt und kein bisschen weise. Noch immer stöbert er am liebsten auf Flohmärkten herum und sammelt kuriose Dinge, die sonst im Müll landen würden. Der leidenschaftliche Sammler findet alte Kinderschühchen, Spazierstücke, Kartoffelschäler, Fleischwölfe, kaputte Porzellanpüppchen, Barbies, ausgestopfte Tiere oder Tierschädel, die er zu einem hintersinnigen Stillleben zusammenbaut. So entstehen seine „Fallenbilder“, in denen er ein Stück Alltagswirklichkeit wie in einer Falle einfängt.

Die Schülerinnen und Schüler der Realschule Neutraubling waren von der Ausstellung begeistert und besuchten im Anschluss daran den Workshop „Krimskrams in der Falle“. Hier konnten sie in einem praktischen Teil Spoerris Vorgehensweise nachempfinden und aus alten Flohmarktschätzen, die im Werkraum der Ostdeutschen Galerie in großen Kisten dargeboten wurden, Stillleben im Sinne von Spoerri schaffen. Aus alten Zahnbürsten, Tierschädeln, Schießbudenblumen oder kaputten Lampen entstanden bizarre Anhäufungen, die schließlich als Stillleben fotografiert wurden.

Am Ende des Workshops nahmen sich die Schülerinnen und Schüler Prospekte und Postkarten mit, um ihre Familien und Mitschüler zu animieren, sich die skurrile Ausstellung selbst einmal anzusehen. Dazu ist noch reichlich Gelegenheit, da Spoerris Kunstwerke bis 26.Februar 2017 in der Ostdeutschen Galerie zu sehen sind.

Workshop Spoerri AusstellungDie Teilnehmerinnen des Wahlfaches Kunst an der ostdeutschen GalerieBegrüßung durch die MuseumspädagoginEinzelne Objekte werden analysiertIm Workshop werden verschiedene Materialien gesichtetEin Stillleben im Sinne von Spoerri soll nun gestaltet werdenAm Ende muss alles wieder verstaut werdenAuch ausgestopfte Tiere stehen zur AuswahlDas Objekt von Alina Katharina und ChiaraDas Objekt von Fiona Lena und KarinDas Objekt von Leonie Julia Alena und SophieInzwischen kommen alle zum Ende