Spielenachmittag

„Beim Spielen kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.“ (Platon) -

Schüler des Wahlfachs „Schule ohne Rassismus“ trafen sich mit Kindern aus Ü-Klassen der Mittelschule auf einen Spielenachmittag im Neutraublinger Jugendheim

Wahlfach "Schule ohne Rassismus"

Anspannung liegt in der Luft als sich Schüler und Flüchtlinge das erste Mal im Jugendheim in Neutraubling gegenüber stehen. Eine gewisse Nervosität auf beiden Seiten ist unverkennbar. Was erwartet mich heute? Wie wird es sein? Diese und ähnliche Fragen mögen den Kindern und Jugendlichen in diesem Moment durch den Kopf gegangen sein. Bis..., ja bis das erste Lachen den Raum durchdrang, die Anspannung mit schierer Leichtigkeit zerriss und in einem einzigen konzentrierten Atemzug wegfegte. Frau Nichols hatte mit ihren Kennenlernspielen das Eis zwischen den Parteien gekonnt gebrochen. Ein Lachen kann dabei so viel mehr sein als ein Laut, der durch eine schnelle Kontraktion des Atmungsorgans entsteht. Wie wir beobachten konnten, ermöglicht es ein Lachen in seiner einfachen Form Religionen, Länder, ja sogar Kontinente mit einem einzigen Laut zu überbrücken. Es stellt eine archaische, intuitive aber dennoch intensive Art der Kommunikation dar. Auf diese Art von der Anspannung befreit, konnten sich die Jugendlichen ganz auf den Spielenachmittag einlassen, den insbesondere Frau Kleine Büning, Herr Besenhard und einige Lehrer der Mittelschule mit viel Hingabe und Akribie geplant hatten. Das gut ausgestattete Jugendheim und die freundlichen Betreuerinnen trugen ihr Übriges dazu bei. Neben einem Billardtisch, einem Dart-Automaten und einem Kickerkasten standen den Kindern und Jugendlichen auch noch viele Brett- und Kartenspiele zur Verfügung, die die Schüler teilweise selbst mitgebracht und mit viel Liebe zum Detail sogar mit eigenen Spielanleitungen versehen hatten. An dieser Stelle gilt auch den Eltern der Schüler des Wahlfachs „Schule ohne Rassismus“ ein besonderer Dank, die uns mit internationalen Köstlichkeiten für diesen Tag versorgt hatten und uns auf diese Weise auch geschmacklich die Möglichkeit boten, in andere Kulturen einzutauchen.

Als kleines Rahmenprogramm bot Herr Besenhard den Kindern und Jugendlichen einen kleinen Einblick in die koreanische Kampfkunst Taekwondo. Hier fielen auch die letzten Berührungsängste und die Schüler konnten sich an speziellen Schlagkissen auspowern. Daneben wurden ihnen auch einfache Elemente der Selbstverteidigung näher gebracht, an denen die Kinder und Jugendlichen sichtlich ihren Spaß hatten. Zum Abschluss studierten die Schüler unter der Leitung der Realschülerin Ece noch eine Zumba-Choreographie ein. Diese Einlage rundete den gelungenen Spielenachmittag ab.

Schiller schrieb einst: „ Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da Mensch, wo er spielt.“ Spiele ermöglichen es aber offensichtlich auch, Brücken zu bauen, Vorurteile zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Sie ermöglichen es uns, die feine Schicht aus Sprache, Kultur und Religion, die uns alle bedeckt aufzurauhen, aufzuweichen und schließlich vielleicht sogar wegzuwischen, um den Menschen freizulegen, der darunter verborgen liegt.