Ausstellung "Der Klang meines Körpers"

Ess-Störungen aus der Anonymität holen, ihnen ein Gesicht geben und die Sprachlosigkeit überwinden: Eine interaktive Ausstellung an der Realschule Neutraubling klärte über Möglichkeiten der Prävention auf und zeigte kreative Wege aus der Krankheit.

1Rund fünf Millionen Frauen und Männer in der Bundesrepublik Deutschland leiden unter Essstörungen. Mehr als 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren haben bereits ein gestörtes Essverhalten.
Essstörungen bei Jugendlichen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Magersucht ist die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeit in jungen Jahren.

Aufklärung und Prävention für die betroffenen Altersgruppen sowie Hilfestellung für Lehrer im Umgang mit Essstörungen werden angesichts dieser Entwicklung immer wichtiger. Aus diesem Grund zeigte die Staatliche Realschule Neutraubling, auf Initiative des Zweiten Konrektors Herrn Christian Reisinger und den Lehrkräften Frau Elisabeth Werkmann und Herrn Helmut Träger und in Kooperation mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Regensburg, nun schon zum dritten Mal die Ausstellung "Der Klang meines Körpers" vom 5.2.2018 bis 22.2.2018 in den modernen Räumen ihrer Ganztagesbetreuung

Die Ausstellung wurde von betroffenen Frauen und Mädchen entwickelt und zeigt auf kreative Weise Wege aus der Essstörung auf. Sie besteht aus großformatigen Tafeln, die im Kreis angeordnet sind, sowie den sogenannten Schatzkisten: Die Tafeln im Außenkreis "Wenn der Körper verstimmt ist" informieren über Ursachen und Hintergründe von Essstörungen sowie Wege aus der Erkrankung. Den Innenkreis bilden die persönlichen Portraits "Seelenklänge". Diese Darstellungen und die von den betroffenen Frauen ausgewählten Musikstücke laden zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema ein. Die fünf Schatzkisten weisen Wege aus der Essstörung, die gleichzeitig Wege der Prävention sind. Gerade dort, wo Worte fehlen, können Bilder und Musik stellvertretend sprechen. Die Schülerinnen und Schüler erlebten sich als Schauende, Hörende und Gestaltende und eröffneten sich dadurch unterschiedliche Spielräume, um die Problematik ganzheitlich zu erfassen.

Der "Klang meines Körpers" wurde mit dem Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis ausgezeichnet.

Die fachliche Leitung der Ausstellungsführungen und die Gestaltung der interaktiven Workshops lag wie immer in den bewährten Händen von Frau Diplomsozialpädagogin Elisabeth Suttner - Langer und Frau Diplomsozialpädagogin Josefine Schade vom Staatlichen Gesundheitsamt Regensburg und ihren Mitarbeiterinnen sowie der schulinternen Sozialarbeiterin Frau Sarah Gray.

Wir möchten uns nochmals bei folgenden Personen ausdrücklich bedanken:

  • bei unserer Schulleitung für die großzügige Unterstützung unseres Projekts
  • bei den Damen vom Staatlichen Gesundheitsamt und Frau Gray für die professionelle Betreuung unserer 8. und 9. Klassen bei der Ausstellungsführung
  • bei der Leiterin der Nachmittagsbetreuerin, Frau Simone Barchmann, die wieder großzügig die Räumlichkeiten für die Ausstellung zur Verfügung stellte.

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