Aug in Aug mit dem Berliner Bären

Zwischen Aufbruch und Moderne – Die Bildhauerin Renée Sintenis

Ausstellung Kunst 1 webAusstellungsbesuch

Die Ostdeutsche Galerie in Regensburg rückt in ihrer aktuellen Ausstellung "Zwischen Aufbruch und Moderne - Die Bildhauerin Renée Sintenis" eine ungewöhnliche Künstlerin in den Fokus. Renée Sintenis (1888 -1965) war eine der ersten Frauen, die sich hauptberuflich der Bildhauerei widmen konnte. Aufgrund ihrer zahlreichen kleinformatigen Tierplastiken war sie eine gefragte Künstlerin. Seit Oktober zeigt die Ostdeutsche Galerie Regensburg Arbeiten der Bildhauerin und stellt die Künstlerin als Medienstar und wichtige Persönlichkeit der Berliner Kunstszene vor.
Eine Kunstklasse der Realschule Neutraubling unter Leitung von Karin Cabarth besuchte die aktuelle Ausstellung in der Ostdeutschen Galerie, um das Werk der Bildhauerin kennenzulernen und plastische Tierfiguren in einem anschließenden Workshop selbst zu fertigen.

Ausstellung Kunst 2 webDie Schüler fertigen Skizzen vor den Exponaten an

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Ausstellung Kunst 5 webIm Workshop werden Tierfiguren aus mit Hilfe einer Drahtkonstruktion entwickelt

Eines der bekanntesten Werke von Renée Sintenis ist die Tierplastik Berliner Bär von 1956, dessen kleine Fassung seit 1960 bei den bekannten Berliner Filmfestspielen, der Berlinade, als Preis vergeben wird. Mit dieser Figur hatte die Künstlerin ihren größten Erfolg in den 1950er-Jahren. Eine große Ausführung ihres Bären wurde 1957 als der „Große Berliner Bär“ auf dem Mittelstreifen der Autobahn in Berlin Zehlendorf aufgestellt.
Die Künstlerin, die 1888 in Glatz geboren wurde, in Berlin aufwuchs und zeit ihres Lebens dort künstlerisch tätig war, beschäftigte sich intensiv mit Naturstudien. Sie fertigte viele Skizzen und Zeichnungen im Berliner Zoo an und gestaltete dann Tierfiguren aus Ton oder Wachs, von denen anschließend ein Bronzeguss angefertigt wurde.
Tiere waren die große Leidenschaft der Bildhauerin Renée Sintenis. In der Ausstellung der Ostdeutschen Galerie sind neben dem berühmten Bären auch zahlreiche Pferdeplastiken, Rehe, Hundedarstellungen oder Elefanten in Glasvitrinen zu sehen.
Die Realschüler fertigen in der Ausstellung Zeichnungen und Skizzen von Tierplastiken an, die ihnen besonders gut gefielen, wobei sich viele Schüler für die ausdrucksstarken Pferdeskulpturen begeisterten. Anschließend waren sie selbst kreativ in einem Workshop in den Räumen der Ostdeutschen Galerie tätig, wo sie Tierfiguren aus einem Drahtgerüst entwickelten, welches mit einer keramischen Masse überzogen wurde.
Die Schüler/innen waren begeistert von Workshop und Ausstellung, die aufgrund des großen Publikumsinteresses noch bis 26. Januar verlängert wurde.