Organspende – jede Entscheidung zählt

Ein virtueller Vortrag von Prof. Dr. med. Stephan Hirt, Facharzt für Herzchirurgie an der Universität Regensburg für die Abschlussklassen der Staatlichen Realschule Neutraubling

Organspende 4 webProf. Dr. med. Stephan Hirt beginnt seinen virtuellen Vortrag

Der Vortrag zum Thema Organspende von Prof. Dr. med. Stephan Hirt ist an der Staatlichen Realschule Neutraubling mittlerweile eine feste Institution geworden. In diesem Schuljahr hatten nun zum 8. Mal Elisabeth Werkmann, Helmut Träger und Christian Reisinger den Experten für Herz-Thorax-und herznahe Gefäßchirurgie für einen Vortrag zum Thema Organspende und Organtransplantation gewinnen können.

Präsenzunterricht der 10. Klassen der Realschule findet in Turnhallen, Aufenthaltsräumen und dem Kunstsaal statt
Aufgrund der Corona-Bestimmungen gab es dieses Mal jedoch Hürden zu überwinden, so war es nicht möglich, dass Professor Dr. med. Hirt persönlich an die Realschule kommen konnte. Zudem befinden sich die 146 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen in weit auseinanderliegenden Räumen wie Turnhallen, Mehrzweckraum, Aufenthaltsraum oder dem Kunstsaal, die kurzfristig zu Klassenzimmern der Abschlussklassen umfunktioniert wurden, da sie genügend Platz bieten, um Abstand zu gewährleisten. Die Schüler/innen sitzen mit Mundschutz in großer Distanz zueinander in geräumigen Zimmern bzw. Hallen, die aufgrund großer, weit zu öffnender Fenster gut belüftet werden können. Da diese „neuen“ Klassenzimmer mit Beamer, Computer, Dokumentenkamera und Internet ausgestattet sind,
bot sich die Möglichkeit zu einer digitalen Präsentation.

Organspende 3 webProf. Dr. med. Stephan Hirt beginnt seinen virtuellen Vortrag

Ein virtueller Vortrag als kreative Lösung
Um alle Schüler/innen gleichzeitig zu erreichen, entschloss sich Prof. Hirt zu einem virtuellen Vortrag, den die Schüler/innen in den verschiedenen Räumlichkeiten erleben konnten. Mittels der Videokonferenz-Plattform Microsoft Teams wandte sich Prof. Hirt mit einer virtuellen Präsentation an die Schüler/innen der 10. Klassen. Zudem fand Interaktion statt, da es im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit gab, Fragen an den Experten in einem Chat zu stellen. Davon machten die Teilnehmenden reichlich Gebrauch und es fand eine rege Kommunikation via Internet statt.

Organspende 2 webLucky Patient, lucky doctor

Organtransplantation ist eine Herzenssache für Prof. Dr. med Hirt.
Organtransplantation ist zu einer Herzenssache von Prof. Dr.med. Hirt geworden und in einem packenden, sehr anschaulichen Vortrag erläuterte der Chirurg Grundvoraussetzungen für eine Transplantation von Organen. So können Niere, Leber, Herz, Lunge und Dünndarm von einem verstorbenen Spender auf einen Patienten übertragen werden. Damit Organe nach dem Tod entnommen werden können, müssen gemäß dem Transplantationsgesetz zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Es muss eine Zustimmung vorliegen und der Tod muss eindeutig festgestellt sein.
Durch eine Organspende gelingt es, schwer kranken Menschen zu helfen, deren eigene Organe versagen – etwa durch einen Unfall oder eine Krankheit. Die Transplantation ist oft die einzige Möglichkeit, die ihr Leben noch retten kann oder ihre Lebensqualität verbessert.

In Deutschland sterben viele Menschen, da es zu wenig Organspender gibt
Zahlreiche Menschen in Deutschland sterben jedoch, da für sie kein Spendeorgan zur Verfügung steht. Viele Bürger/innen sind gegenüber Organspenden durchaus positiv eingestellt, jedoch besitzen die wenigsten einen Organspendeausweis. In anderen europäischen Ländern ist die Situation besser, da hier die Möglichkeit der Widerspruchslösung eingeführt wurde. Das bedeutet, dass jeder Mensch zunächst ein Organspender ist, es sei denn, er widerspricht aktiv.

Prof. Hirt, ein gebürtiger Niederbayer, wirbt für Organspende
Geboren im niederbayerischen Bad Griesbach, wuchs Stephan Hirt im Raum Bonn- Köln auf, studierte Humanmedizin an der Universität Bonn und wandte sich der Transplantationschirurgie zu, als er einen jungen Mann sterben sah, der durch eine Organspende möglicherweise überlebt hätte. Schließlich führte ihn sein Weg an das Klinikum Regensburg, wo er seit geraumer Zeit im Bereich der Organtransplantation tätig ist. Zudem widmet er seine Freizeit dem Thema Aufklärung bezüglich Organspende. So besucht er Schulen, um die Jugendlichen für das Thema Organtransplantation und Organspende" mit großem Engagement zu sensibilisieren und deutlich zu machen, dass es wichtig ist, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen, um eine persönliche Entscheidung zu treffen. Diese sollte dokumentiert werden in einem Organspendeausweis, den man in seinem Geldbeutel oder der Brieftasche mit sich trägt.

Kommunikation im Chat mit Prof. Hirt

Organspende 1 webAm Ende des Vortrags beantwortete der Experte Fragen der Schüler, die im Chat gestellt wurden.

Im Anschluss an den virtuellen Vortrag von Prof. Dr. med. Hirt konnten die Schüler/innen Fragen im Chat stellen, die der Experte beantwortete. So war es von Interesse, ob es eine Altersbegrenzung für Spender gebe und ob eine große Altersdifferenz zwischen Spender und Empfänger hinderlich sei. Weiterhin wurde gefragt, ob auch bei Neugeborenen bereits Transplantationen durchgeführt würden und ob man letztlich für ein Spendeorgan bezahlen müsse. Die wichtigste Frage, wo man einen Organspendeausweis erhalten könnte, konnte sofort beantwortet werden, denn an einem Infotisch konnte man sich entsprechend bedienen. Viele Schüler/innen nahmen die Gelegenheit wahr und versorgten sich mit Infomaterial und Organspendeausweis.
Die Organisatoren bedankten sich herzlich bei Stephan Hirt, der sich in seiner knapp bemessenen Freizeit mit großem Engagement der Aufklärung bezüglich Organspende widmet und die Schüler/innen mit seinem fesselnden virtuellen Vortrag beeindruckte.

Werbekampagnen für Organspende
Mitten im Leben fällt es nicht leicht, eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende nach dem eigenen Tod zu treffen. Wer mag schon gerne daran denken, dass eines Tages der Ernstfall eintreten könnte? Doch auch junge Menschen können schwer erkranken oder durch einen Unfall so geschädigt werden, dass sie dringend eine Organspende benötigen. Wenn man selbst hofft, dass man einmal ein dringend benötigtes Organ erhält, sollte man auch bereit sein, seine Organe zu spenden. Das Deutsche Herzzentrum Berlin zeigt auf seiner bundesweiten Werbekampagne für Organspende Prominente wie Matthias Schweighöfer oder Till Schweiger, die einen Organspendeausweis besitzen. Mittels einer großen Aufschrift stellen sie dem Betrachter die Frage: „Du bekommst alles von mir. Ich auch von dir?“