Erasmus+

Un curso de idioma en Valencia – eine Sprachreise mit Erasmus+ (Heidi Wartner-Vogl)

In der ersten Pfingstferienwoche besuchte ich in Valencia einen Sprachkurs, um dort meine Spanischkenntnisse aufzubessern.

Ein Teil unserer Spanisch-Gruppe

Valencia ist mit ca. 850 000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Spaniens und liegt an der Mittelmeerküste. Neben vielen historischen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wie Kathedrale und Seidenbörse gibt es auch futuristische Bauwerke in der Ciudad de las Artes y las Ciencias (Stadt der Künste und Wissenschaften) zu besichtigen.

Gleich gehts los mit dem Spanischunterricht

Am Sonntag war noch schulfrei, sodass ich mit dem Fahrrad den wunderschönen Flusspark Túria entdecken konnte (mit 9 km der längste Stadtpark Europas und benannt nach dem Fluss Túria, der nach einem katastrophalem Hochwasser 1957 umgeleitet wurde). Dieser idyllische Park im stillgelegten Flussbett ist das Herzstück der Stadt und bietet getrennte Jogging-, Fußgänger- und Radwege, was für alle sehr angenehm ist. Überhaupt ist Valencia eine sehr radfreundliche Stadt.

Vor dem Sprachinstitut in der Altstadt von Valencia

Am Montag hieß es dann um 8 Uhr: Antreten zum mündlichen Einstufungstest in der Sprachschule Don Quijote, welche sich mitten in der Altstadt befindet. Nun wurde fünf Tage lang von 9 bis 14 Uhr die Schulbank gedrückt – zunächst eine Einheit Grammatik, dann Wortschatzübungen und schließlich eine Stunde Konversation.

Unsere Niveau A2-Gruppe war bunt zusammengewürfelt, sowohl vom Alter (von 19 bis 69) als auch von den Nationalitäten: Die Teilnehmer waren aus Holland, Dänemark, Tschechien und Deutschland, aber auch aus Japan und Brasilien.

Unsere Sprachlehrerinnen waren die ganze Woche lang anspruchsvoll und streng: Regelmäßig gab es Hausaufgaben und wir durften nicht in Deutsch oder Englisch untereinander sprechen, sondern ausschließlich in Spanisch. Das war manchmal recht abenteuerlich, aber es hat sich am Ende gelohnt. Jeder von uns konnte dadurch große Fortschritte in seinen Spanisch-Sprachfertigkeiten erzielen und wir sind als Gruppe zusammengewachsen.

Nach den anstrengenden Unterrichtseinheiten war es natürlich notwendig, sich mit dem valencianischen Traditionsgetränk Horchata (Erdmandelmilch) und einer Paella Valenciana (mit Kaninchen/Huhn und Gemüse) oder Tapas zu stärken.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass mir Erasmus+ diese Sprachreise ermöglicht hat. Es war eine sehr interessante, lehrreiche Woche in einer wunderschönen Stadt.

Muchas gracias a Erasmus+

Job Shadowing an der Mittelschule Blumau
Ein Einblick in das inklusive Schulsystem Italiens (Elke Bernauer und Melanie Ranker-Hopp)

Vom 26. bis 28. Mai 2026 besuchten wir im Rahmen des Erasmus-Programms die Mittelschule Blumau im deutschsprachigen Schulsprengel Karneid, Südtirol/Italien, um im Rahmen eines Job Shadowings neue Eindrücke zu sammeln und Einblick in das Südtiroler Schulsystem zu erhalten.

Die deutschsprachige Mittelschule Blumau, welche 141 Schülerinnen und Schüler, aufgeteilt in acht Klassen, im Alter von ca. 12 bis 14 Jahren besuchen, schließt direkt an die fünfjährige Grundschule an und ist, wie alle Schulen Italiens, eine inklusive Bildungseinrichtung, d.h. Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung werden gemeinsam unterrichtet. Deshalb unterstützen zwei Integrationslehrpersonen sowie zwei Integrationsmitarbeiter den Lernprozess der Inklusionsschüler und -schülerinnen. Außerdem wird Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund eine auf sie persönlich zugeschnittene Sprachförderung zuteil. Da in Südtirol wie auch in ganz Italien nach der Grundschule, anders als in Bayern, nicht selektiert wird, konnten wir in allen Stunden, in denen wir hospitierten, beobachten, mit wie viel Sorgfalt die Lehrkräfte die Aufgabenstellungen an die jeweiligen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler anpassten, was in der Pädagogik auch als „innere Differenzierung“ bezeichnet wird. Die Geduld und Empathie, welche unsere Südtiroler Kolleginnen und Kollegen dabei zeigten, beeindruckten uns sehr. Dabei griffen sie auf die sehr gute digitale Ausstattung – im älteren Trakt des Gebäudes auf Laptop, im neueren auf digitale Tafeln – zurück.

Generell herrschte an der Schule eine sehr angenehme Lernatmosphäre, wozu besonders die Lerninseln auf den Gängen beitrugen. Denn dadurch war es möglich, die Mädchen und Jungen oft außerhalb des Klassenzimmers gruppenweise an Arbeitsaufträgen arbeiten zu lassen als auch unruhigeren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben, sich zu sammeln, um danach wieder konzentrierter arbeiten zu können. Auch die Umstände, dass es keine vorgeschriebene Anzahl an Leistungsnachweisen gibt, alle Tests angesagt werden und kein bestimmter Notendurchschnitt notwendig ist, um nach dem Mittelschulabschluss beispielsweise eine Fachoberschule besuchen zu können, tragen zu einem entspannten Schulklima bei.

In Gesprächen mit der Schulführungskraft I. Stuppner und dem Direktorstellvertreter K. Mahlknecht sowie vielen Lehrkräften wurde uns die besondere Situation der deutschsprachigen Schulen in Südtirol bewusst: Auch wenn diese ihre Bildungsziele autonom erarbeiten und mit Ausnahme der Fächer Italienisch und Englisch Schulbücher in deutscher Sprache verwenden, steht über allem der italienische Lehrplan, weshalb die Schülerinnen und Schüler von der Grundschule an Italienisch als Zweitsprache lernen, um für ihren weiteren Bildungsweg vorbereitet zu sein, z.B. für die zentral gestellte Matura im Fach Italienisch, welche dem deutschen Abitur in der 13. Klasse entspricht.

Weil das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit an unserer Realschule einen hohen Stellenwert besitzt, war es für uns sehr interessant zu sehen, wie diese Thematik an der uns aufnehmenden Schule umgesetzt wird. So wurde beispielsweise im Italienischunterricht über erneuerbare Energien wie Solarenergie, Wasser- und Windkraft gesprochen, im Fach Technik bauten die Abschlussklassen z.B. Modelle von energieeffizienten Häusern, über die sie dann in ihrer Abschlussprüfung referieren werden.

Um viele Erfahrungen reicher und mit neuen Impulsen für unseren eigenen Unterricht brachen wir wieder nach Hause auf.

Zum Schluss möchten wir uns bei der Mittelschule Blumau für die große Gastfreundschaft, die wir erfahren durften, die wertvollen Gespräche und die offene Aufnahme ganz herzlich bedanken.